Was ist ein Reboarder?
Ein Reboarder ist ein Kindersitz, in dem dein Kind entgegen der Fahrtrichtung sitzt, also nach hinten schaut. Er schliesst direkt an die Babyschale an und begleitet dein Kind durch die Kleinkindjahre. Im Gegensatz zur Babyschale ist er grösser, fest im Auto verbaut und für mehrere Jahre ausgelegt.
Suchst du noch den ersten Autositz für die Zeit ab Geburt, findest du ihn bei unseren Babyschalen. Einen Überblick über alle Phasen vom Säugling bis zum Schulkind gibt dir unsere Seite zu den Kindersitzen.
Ab wann und wie lange nutzt man einen Reboarder?
Der Reboarder kommt, sobald dein Kind aus der Babyschale herausgewachsen ist, meist um den ersten Geburtstag herum. Wann genau, hängt nicht vom Alter ab, sondern von der Grösse: Sobald der Kopf über den Rand der Babyschale ragt, ist der Reboarder an der Reihe.
Wie lange dein Kind rückwärts fährt, bestimmt das Modell. Typische Reboarder sind bis 105 cm oder 18 kg zugelassen, manche bis 125 cm oder 36 kg. Damit fährt dein Kind je nach Sitz bis etwa vier Jahre rückwärts, mit grösseren Modellen sogar bis sechs oder sieben Jahre. Die Regel der Fachstellen ist eindeutig: so lange wie möglich rückwärts, denn das schützt am besten.
Wie sicher ist rückwärtsgerichtetes Fahren?
Der Unterschied liegt in der Anatomie. Bei einem Erwachsenen macht der Kopf rund 6 Prozent des Körpergewichts aus, bei einem Kleinkind bis zu 25 Prozent. Dazu sind Nackenmuskeln und Bänder noch nicht voll entwickelt. Bei einem Frontalunfall, der häufigsten Unfallart, fällt der Körper in einem vorwärtsgerichteten Sitz in die Gurte, während der schwere Kopf nach vorne geschleudert wird. Das belastet die empfindliche Halswirbelsäule stark.
Im Reboarder passiert das Gegenteil: Dein Kind wird mit dem Rücken in den Sitz gedrückt, die Aufprallkräfte verteilen sich gleichmässig, und der Kopf bleibt nahezu in Position. Genau deshalb empfehlen Sicherheitsfachstellen, Kinder so lange wie möglich rückwärtsgerichtet zu transportieren.
Isofix, Stützfuss oder Top-Tether: Wie wird er befestigt?
Einen Reboarder befestigst du entweder mit Isofix oder mit dem Fahrzeuggurt. Isofix ist eine genormte Steckverbindung und macht den Einbau schneller und sicherer, weil Einbaufehler seltener werden.
Weil ein Reboarder höher baut und sein Schwerpunkt über die Sitzfläche hinausragt, braucht er einen zusätzlichen Halt gegen das Kippen. Dafür gibt es zwei Lösungen: einen Stützfuss, der auf dem Fahrzeugboden aufsteht, oder einen Top-Tether, einen Haltegurt, der hinten im Auto verankert wird. Wichtig beim Stützfuss: Im Fussraum darf sich kein Staufach befinden, das bei einem Aufprall nachgeben könnte. Ob ein bestimmter Reboarder in dein Auto passt, prüfst du am besten direkt, beim Probe-Einbau bei uns oder im 15-Tage-Test zu Hause.
Warum eine 360-Grad-Drehfunktion den Alltag erleichtert
Wer schon einmal ein Kind in einen tief sitzenden Kindersitz gehoben hat, kennt das Verrenken. Ein Reboarder mit 360-Grad-Drehfunktion löst genau dieses Problem: Du drehst den Sitz einfach zur Autotür, setzt dein Kind bequem hinein und schnallst es ohne Verrenken an. Danach drehst du ihn zurück in die Fahrposition.
Im Alltag ist das eine echte Erleichterung, gerade bei niedrigen Autos oder wenn du mehrmals täglich ein- und aussteigst. Bei grösseren Kindern lässt sich der gedrehte Sitz sogar zum selbstständigen Einsteigen nutzen. Die meisten Reboarder in unserem Sortiment bieten diese Drehfunktion.
Welcher Reboarder passt zu euch?
Drei Fragen entscheiden, ob ein Reboarder der richtige ist.
Passt er überhaupt in dein Auto?
Das ist die wichtigste Frage. Stützfuss, Isofix-Punkte und Sitzposition müssen zu deinem Fahrzeug passen, und nicht jeder Reboarder passt überallhin. Die Fahrzeugtypenliste gibt eine erste Antwort, der echte Test ist aber der Einbau. Genau dafür gibt es bei uns den Probe-Einbau und den 15-Tage-Heimtest.
Wie lange soll dein Kind rückwärts fahren?
Möchtest du dein Kind möglichst lange rückwärts fahren lassen, achte auf ein Modell mit hoher Grössengrenze, etwa bis 125 cm. So begleitet dich der Sitz mehrere Jahre, statt früh ersetzt zu werden.
Wie wichtig ist dir eine Drehfunktion?
Eine 360-Grad-Drehfunktion erleichtert das tägliche Anschnallen spürbar. Achte zusätzlich auf eine leicht verstellbare Kopfstütze, einen sicheren 5-Punkt-Gurt und einen Bezug, der sich zum Waschen abnehmen lässt.