Kleiderschrank oder offenes Regal: Was brauchst du wirklich?
Die beiden Möbelarten lösen unterschiedliche Aufgaben, und in den meisten Kinderzimmern stehen am Ende beide.
Ein geschlossener Kleiderschrank gibt dem Raum einen ruhigen, aufgeräumten Charakter, weil das Durcheinander hinter Türen verschwindet. Er kombiniert Kleiderstange, Einlegeböden und oft Schubladen und ist damit das Möbel für Kleidung, die auf Bügel gehört, dazu für Bettwäsche und Handtücher. Ein offenes Regal wirkt lebendiger und punktet beim Zugriff: Bücher, Körbe und Spielsachen sind sichtbar und in Reichweite, dein Kind kann selbst holen und zurückstellen. Genau das macht das abendliche Aufräumen einfacher, weil jedes Ding einen sichtbaren Platz hat. Praktisch ist die Kombination aus beidem: Kleidung in den Schrank, Bücher und Spielzeug ins Regal. Wenn der Platz für einen grossen Schrank fehlt, übernimmt oft auch eine Kommode die Rolle des Kleiderschranks.
Wie tief sollte ein Kinderkleiderschrank sein?
Diese Zahl entscheidet darüber, wie lange du den Schrank nutzen kannst, und sie wird beim Kauf oft übersehen.
Ein handelsüblicher Kleiderbügel ist rund 40 Zentimeter breit, dazu kommt das Kleidungsstück selbst. Eine Kleiderstange lässt sich deshalb sinnvoll erst ab etwa 45 Zentimetern Schranktiefe einbauen, und ab rund 50 Zentimetern hängen auch grössere Bügel gerade, ohne dass die Schultern gequetscht werden. Viele reine Babyschränke sind flacher gebaut, was in den ersten Jahren reicht, später aber dazu führt, dass Bügel schräg stehen. Willst du den Schrank über die Babyzeit hinaus nutzen, ist die grössere Tiefe die praktischere Wahl. Miss vorher die Stellfläche aus und denk an Sockelleisten, Heizung und Lichtschalter, die dem Schrank im Weg stehen können. In kleinen Zimmern sind Eckschränke eine platzsparende Alternative.
Welche Regalarten gibt es fürs Kinderzimmer?
Regal ist nicht gleich Regal, und je nach Zweck passt eine andere Bauart.
- Das Bücherregal hat unterschiedlich hohe Fächer und nimmt sowohl grossformatige Bilderbücher als auch schmale Bände auf. Modelle mit nach vorn gerichteten Fächern zeigen die Titelseite, was kleinen Kindern die Auswahl erleichtert.
- Das Standregal steht frei im Raum, bietet viel offene Fläche und lässt sich mit Einstellkörben oder Stoffboxen in ein Stauraummöbel verwandeln.
- Das Wandregal oder Regalbrett braucht keine Stellfläche und eignet sich für Dinge, die nicht in Kinderhand gehören, oder als Ablage über der Kommode.
- Regale mit eingehängten Boxen sind für Spielzeug praktisch, weil Bauklötze und Kleinteile einfach hineinwandern, statt sortiert werden zu müssen.
Für viele Wickelkommoden gibt es zudem passende Anstell- oder Unterregale aus derselben Serie, die zusätzlichen Platz direkt am Wickelplatz schaffen.
Wie machst du Schrank und Regal kippsicher?
Sobald Kinder mobil werden, nutzen sie Schubladen und Regalböden als Kletterhilfe. Deshalb gehört die Wandbefestigung bei hohen Möbeln nicht zur Kür, sondern zum Aufbau.
Kinderzimmermöbel sind oft leichter gebaut als Erwachsenenmöbel und dadurch anfälliger fürs Kippen. Prüf nach dem Aufbau, ob der Schrank stabil steht, und verschraub ihn mit einem Winkel an der Wand. Verwende Dübel und Schrauben, die zu deinem Wandmaterial passen, bei Gipswänden brauchst du andere als bei Beton. Zwei weitere Punkte helfen: Schwere Dinge gehören in die unteren Fächer, das hält den Schwerpunkt tief. Und ein breiter Sockel steht stabiler als schmale Füsse. Abgerundete Ecken und Kanten sind bei Kindermöbeln Standard und machen den Alltag im Zimmer entspannter.
Massivholz oder MDF: Welches Material passt?
Beide Varianten sind im Kinderzimmer verbreitet, sie unterscheiden sich in Gewicht, Preis und Pflege.
Massivholz ist schwer, robust und lässt sich bei Kratzern nachschleifen, es bringt eine natürliche Optik ins Zimmer und hält Jahrzehnte. Beschichtete Holzwerkstoffe wie MDF- oder Spanplatten mit Melaminoberfläche sind leichter und günstiger, dazu unempfindlich gegen Feuchtigkeit und sehr einfach zu reinigen. Entscheidend ist bei beiden die Oberfläche: Lacke und Farben sollten speichelfest und schadstoffgeprüft sein, denn Kleinkinder testen Möbel auch mit dem Mund. Ein feuchtes Tuch genügt zur Reinigung, scharfe Reiniger greifen die Lackschicht an. Bei Regalböden lohnt der Blick auf die angegebene Belastbarkeit, denn Bücher wiegen mehr, als man denkt.
Wie richtest du den Schrank kindgerecht ein?
Ein Schrank schafft nur dann Ordnung, wenn dein Kind selbst hineinkommt, und das lässt sich mit ein paar Handgriffen einrichten.
Leg die Kleidung, die täglich gebraucht wird, in Greifhöhe deines Kindes, denn die meisten wollen sich früh selbst anziehen. Saisonale Sachen wandern in die oberen Fächer, wo sie nicht stören. Kleinteile wie Socken, Unterwäsche und Strumpfhosen bleiben in Ordnungsboxen übersichtlich, statt sich als Haufen zu verteilen. Auf der Kleiderstange sortierst du am besten nach Grösse, so siehst du sofort, was noch passt. Praktisch sind Türen und Schubladen mit Soft-Close, die auf den letzten Zentimetern abgebremst werden und leise schliessen, das weckt kein schlafendes Geschwisterkind. Und ein Tipp, der viel Platz spart: Ist dein Kind aus einer Grösse herausgewachsen, sortier gleich die ganze Grösse durch, statt Stück für Stück.