Der erste Flug mit dem Baby löst bei den meisten Eltern dasselbe aus: Vorfreude auf die Ferien, gemischt mit echten Fragen. Darf Babybrei ins Handgepäck? Kann der Nuggi den Druckausgleich ersetzen? Kommt der Kinderwagen bis ans Gate?
Schweizer Familien fliegen jedes Jahr mit Babys nach Mallorca, Dubai und New York. Was den Unterschied macht, ist nicht Glück. Es ist Vorbereitung, die auf die richtigen Fragen antwortet.
Dieser Artikel begleitet dich vom Buchungszeitpunkt über den Flughafen Zürich bis zur Landung. Du erfährst, was SWISS und Edelweiss konkret erlauben, wie der Druckausgleich bei Babys funktioniert und welche Ausrüstung den Flug wirklich erleichtert. Jeder Tipp hat einen direkten Zweck.
Bei SWISS fliegt dein Baby bis zum zweiten Geburtstag für 10% des Erwachsenenpreises auf deinem Schoss. Das ist der Ausgangspunkt für fast jede Entscheidung, die danach kommt.
Vor dem Abflug: Was Schweizer Eltern zuerst regeln müssen

Tipp 1: Ab wann darf dein Baby fliegen?
Gesunde, reif geborene Babys dürfen ab sieben Tagen fliegen. SWISS und Edelweiss Air setzen beide sieben Tage als Mindestalter fest. Die meisten Schweizer Kinderärzte empfehlen trotzdem, bis zum dritten Monat zu warten. Ab drei Monaten ist das Immunsystem stabiler, die Eustachische Röhre reagiert zuverlässiger auf Druckveränderungen, und das Risiko von Komplikationen in der Kabine sinkt deutlich.
Frühgeborene, die vor der 28. Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen sind, sollten in den ersten sechs Monaten ohne schriftliche ärztliche Freigabe nicht fliegen. Der Sauerstoffgehalt in der Flugzeugkabine liegt unter dem Normalwert am Boden. Für unreife Lungen ist das eine reale Belastung.
Ein Baby mit Fieber, einer akuten Mittelohrentzündung oder stark verstopfter Nase gehört nicht ins Flugzeug. Der Kabinendruck beim Landeanflug verschlimmert alle drei Zustände. Ruf vor der Buchung bei deiner Fluggesellschaft an und bestätige die aktuelle Altersregel. Richtlinien ändern sich, und Ausnahmen gelten für verschiedene Streckentypen unterschiedlich.
Tipp 2: Den Kinderreisepass rechtzeitig beantragen — die Schweiz hat die Regeln 2024 geändert
Seit Januar 2024 dürfen Kinder in der Schweiz nicht mehr in den Reisepass der Eltern eingetragen werden. Jedes Baby braucht ab der Geburt einen eigenen Reisepass. Den Antrag stellst du beim Gemeindeamt deiner Wohngemeinde. Die Bearbeitungszeit beträgt bei Standardverfahren zwei bis drei Wochen. Bei dringendem Reisebedarf bieten kantonale Passämter eine Expressoption an.
Stell den Antrag in der Woche, in der die Geburt angemeldet wird. Wer damit wartet, bis der Flug gebucht ist, riskiert unnötigen Zeitdruck. Das Passfoto muss aktuellen biometrischen Anforderungen entsprechen. Das Gemeindeamt informiert dich vor Ort über die genauen Vorgaben.
Tipp 3: Früh buchen — Sitzplatz, Bassinet und Abflugzeit haben echte Konsequenzen
Sitzplatzwahl: Ein Gangplatz gibt dir Bewegungsfreiheit, ohne andere Passagiere stören zu müssen. Der Bulkhead-Platz, die erste Reihe direkt vor einer Trennwand, ist der einzige Sitzplatz, an dem die Crew ein Bassinet befestigen kann. Wähle diesen Platz bei der Buchung, nicht nachträglich.
Bassinet reservieren: Das Bassinet für Langstreckenflüge bei SWISS steht Babys bis 11 kg und acht Monaten zur Verfügung. Edelweiss Air setzt vergleichbare Gewichtsgrenzen. Pro Flug stehen zwischen zwei und vier Bassinets bereit, und sie werden nach Anmeldereihenfolge vergeben. Online-Buchungssysteme zeigen diese Option selten an. Ruf direkt beim Servicecenter der Airline an, lass die Reservierung bestätigen und notiere die Referenznummer.
Abflugzeit: Ein Flug am späten Nachmittag passt zum natürlichen Einschlafrhythmus der meisten Babys. Ein Mittagsflug lässt das Baby den Mittagsschlaf an Bord halten. Sehr frühe Abflüge vor sechs Uhr zwingen das Baby aus seinem Schlafrhythmus, bevor die Reise überhaupt beginnt.
Tipp 4: Schoss oder eigener Sitz — diese Entscheidung triffst du vor dem Ticketkauf
Babys unter zwei Jahren fliegen bei SWISS und Edelweiss für 10% des Erwachsenenpreises auf dem Schoss eines Elternteils. Die Airline stellt dafür einen Schlaufengurt bereit, auch Loop Belt genannt. Dieser Gurt befestigt das Baby am Sicherheitsgurt des Erwachsenen.
Flugsicherheitsexperten und die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA bewerten den Loop Belt als unzureichenden Schutz bei einem Startabbruch oder starken Turbulenzen. Bei einer plötzlichen Verzögerung kann der Körper des Erwachsenen nach vorne auf das Baby gedrückt werden. Die FAA hatte den Loop Belt zeitweise vollständig verboten, bevor er als Mindestanforderung wieder zugelassen wurde.
Ein eigener Sitzplatz mit zugelassener Babyschale bietet deutlich mehr Schutz. Die Babyschale muss die Aufschrift "for use in aircraft" tragen. Diese Zertifizierung bestätigt, dass das Modell flugtaugliche Belastungstests bestanden hat. SWISS akzeptiert Babyschalen mit einer Stellfläche von maximal 43 x 43 cm. Bei Flügen über vier Stunden überwiegt der Sicherheitsgewinn den Mehrpreis für den zweiten Sitz deutlich.
Bei Smart-Baby.ch findest du flugtaugliche Babyschalen von Cybex, Joie und Maxi-Cosi mit der Zertifizierung "for use in aircraft".
Tipp 5: Am Vorabend online einchecken und die Krankenkasse prüfen
SWISS und Edelweiss öffnen das Online-Check-in 23 Stunden vor Abflug. Wer sich am Vorabend eincheckt, umgeht die Check-in-Schlange am Flughafen vollständig. Am Flughafen Zürich gehst du direkt zum Baggage Drop, der deutlich schneller läuft als ein bemannter Check-in-Schalter. Zu Stosszeiten gibt es eigene Family-Lanes am Gepäckabgabeschalter.
Ruf vor der Abreise bei deiner Krankenkasse an und frag konkret, ob deine Police medizinische Behandlungen im Ausland abdeckt. Die obligatorische Grundversicherung nach KVG übernimmt Notfallbehandlungen im Ausland, aber Erstattungsverfahren und Höchstbeträge variieren je nach Kasse. Eine Reiserücktrittsversicherung buchst du am besten gleichzeitig mit dem Flug. Babys erkranken ohne Vorwarnung an Ohrenentzündungen, Fieber oder Atemwegsinfekten. Die Stornierungsgebühren der Airlines gelten unabhängig vom Grund.
Tipp 6: Kinderwagen und Buggy — so funktioniert es am Flughafen Zürich wirklich
Ein einteiliger, vollständig faltbarer Kinderwagen reist bei SWISS und Edelweiss kostenlos mit. Am Check-in-Schalter bekommst du ein Gepäckband dafür. Ohne dieses Band lädt das Bodenpersonal den Wagen nicht in den Frachtraum. Du schiebst ihn bis zur Flugzeugtür, wo das Bodenpersonal ihn übernimmt und einlädt. Nach der Landung bekommst du ihn je nach Zielflughafen direkt an der Flugzeugtür oder am Gepäckband zurück.
Zweiteilige Kinderwagen mit abnehmbarer Wanne können nicht bis zum Gate mitgenommen werden. Sie müssen am Sperrgepäckschalter beim Abflug aufgegeben werden. Am Flughafen Zürich stehen zwischen Check-in und Gate Leihkinderwagen bereit. Den Leihwagen holst du am Serviceschalter ab, wenn du deinen eigenen Wagen eingecheckt hast.
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Tipp 7: Family Check-in und Gates A und E nutzen — die meisten Schweizer Eltern wissen das nicht
SWISS betreibt einen eigenen Family Check-in-Schalter in den hinteren Reihen von Check-in Halle 1. Die Schalter dort haben breitere Ablageflächen, mehr Bodenfreiheit und Personal, das den Ablauf mit Kinderwagen und Wickeltasche kennt. Nutze diesen Schalter, nicht den nächstgelegenen freien.
Nach der Sicherheitskontrolle bieten die Gates A und E am Flughafen Zürich eigene Family Service Bereiche. Dort findest du ein beaufsichtigtes Spielzimmer, ein Stillzimmer, Wickeltische und eine Mikrowelle zum Erwärmen von Babynahrung. Diese Einrichtungen stehen Passagieren aller Airlines offen, nicht nur SWISS-Fluggästen. Plan genug Zeit ein, um sie zu nutzen.
Wenn Pre-Boarding für Familien mit Kleinkinder ausgerufen wird, steig als Letzter ein, nicht als Erster. Pre-Boarding klingt wie ein Vorteil. In der Praxis sitzt dein Baby zehn bis fünfzehn Minuten länger auf engem Raum, bevor der Flug überhaupt beginnt. Lass das Baby stattdessen bis kurz vor Boardingschluss am Gate laufen, krabbeln oder schaukeln.
Tipp 8: Das Handgepäck mit System packen — was wirklich reingehört
Babynahrung unterliegt am Flughafen Zürich nicht der 100-ml-Regel. Fertigmilch, Brei aus Gläschen, abgepumpte Muttermilch, Milchpulver und Fläschchen mit Wasser sind vollständig ausgenommen. Die Menge muss zur Flugdauer passen. Beim Sicherheitscheck legst du die Babynahrung separat auf das Band, ohne Plastikbeutel. Das Kontrollpersonal kennt die Ausnahmeregelung.
Eine Thermoskanne mit heissem Wasser darfst du mitbringen. Füll sie nach dem Sicherheitscheck am Flughafen-Kiosk auf, falls das Kontrollpersonal sie leeren lässt.
Was ins Handgepäck gehört:
- Windeln: eine pro Stunde Gesamtreisezeit, plus vier Reserve
- Feuchttücher: eine volle, versiegelte Packung
- Wechselkleidung fürs Baby: zwei komplette Sets
- Wechsel-Oberteil für jeden Erwachsenen: Erbrochenes und Milch landen auf den Eltern, nicht nur auf dem Baby
- Nuggi: zwei Stück, in einer sauberen Dose
- Nasentropfen: vom Kinderarzt empfohlen oder verschrieben
- Babynahrung für den Flug plus zwei Notfallmahlzeiten
- Ein vertrautes Spielzeug und ein neues, das du bis zum Boarding versteckt hältst
Bei Smart-Baby.ch findest du Wickeltaschen von Joie und Cybex mit flugoptimierten Fächern, die Babynahrung, Windeln und Wechselkleidung klar getrennt halten.
Tipp 9: Durch die Sicherheitskontrolle — in dieser Reihenfolge läuft es reibungslos
Die Reihenfolge bei der Sicherheitskontrolle entscheidet darüber, ob dieser Moment stressig wird oder nicht. Lad zuerst alles auf das Band: Kinderwagen, Babyschale, Wickeltasche, Jacke, Flüssigkeiten. Danach erst nimmst du das Baby auf den Arm. Wer das Baby zuerst hochnimmt und dann versucht, Gepäck aufs Band zu laden, verliert Zeit und Nerven.
Babytragen gehen vollständig durch den Röntgenscanner. Das Baby muss aus der Trage genommen werden, bevor du durch den Körperscanner gehst. Die Trage legst du flach auf das Band. Auf der anderen Seite sammelst du erst das gesamte Gepäck ein, bevor du versuchst, die Trage wieder anzulegen.
Babynahrung zeigst du dem Kontrollpersonal aktiv vor. Sag direkt: "Das ist Fertigmilch" oder "Das ist Babybrei." Das Kontrollpersonal am Flughafen Zürich kennt die Ausnahmeregel. Aktives Vorzeigen verhindert Verzögerungen.
Tipp 10: Baby kurz vor dem Boarding wickeln und füttern
Die Wickeltische am Flughafen Zürich, verfügbar in allen Terminals vor und nach der Sicherheitskontrolle, sind deutlich grösser als die Wickeltische in Flugzeugtoiletten. Wickle dein Baby so nah wie möglich am Boardingzeitpunkt, damit es sauber in die Kabine einsteigt.
Füttere das Baby zehn bis fünfzehn Minuten vor dem Boarding. Ein Baby, das satt und frisch gewickelt an Bord geht, hat die besten Voraussetzungen für die Rollphase und den Start. Halte den Nuggi, die Brust oder die Flasche in dem Moment physisch in der Hand, in dem das Flugzeug beschleunigt. Nicht in der Tasche. Nicht im Rucksack. In der Hand.
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Tipp 11: Druckausgleich — so hilfst du deinem Baby bei Start und Landung
Die Eustachische Röhre verbindet das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum und reguliert den Luftdruck im Ohr. Bei Erwachsenen öffnet sie sich automatisch etwa einmal pro Minute. Bei Babys ist sie kürzer, horizontaler ausgerichtet und weniger muskulös. Der Druckausgleich findet nur alle fünf Minuten statt, im Schlaf noch seltener. Wenn der Kabinendruck beim Start fällt und beim Landeanflug wieder steigt, kann das Mittelohr des Babys nicht schnell genug reagieren. Das Ergebnis ist Schmerz, kein bloss unangenehmes Gefühl.
Beginne 25 Minuten vor dem geschätzten Landezeitpunkt mit Stillen, Flaschengeben oder dem Anbieten des Nuggis. Nicht beim ersten Druckabfall, sondern vorher. Schlucken ist der einzige aktive Mechanismus, der die Eustachische Röhre öffnet. Kontinuierliches Schlucken während des Druckwechsels verhindert, dass sich ein Druckunterschied aufbaut.
Hat dein Baby eine verstopfte Nase oder einen leichten Schnupfen, können Nasentropfen die Eustachische Röhre vor dem Druckwechsel offenhalten. Gib sie 15 Minuten vor dem Start und 15 Minuten vor der Landung. Welche Nasentropfen geeignet sind, klärt dein Kinderarzt vor der Reise.
Schläft dein Baby beim Start oder Landeanflug, versuche es wach zu halten. Im Schlaf findet der Druckausgleich noch seltener statt als im Wachzustand. Ein schlafendes Baby, das mit Ohrenschmerzen aufwacht, lässt sich schwerer beruhigen als eines, das von Anfang an wach war.
Wenn dein Baby trotzdem weint: Lass es. Weinen erzwingt kräftiges Ausatmen und Schlucken. Beides treibt den Druckausgleich aktiv an. Das Weinen beim Start oder Landeanflug ist die körpereigene Schutzreaktion, keine Fehlfunktion.
Tipp 12: Das Bassinet richtig nutzen — und wann du das Baby herausnehmen musst
Das Bassinet ist eine feste Gewebewanne, die an der Bulkhead-Wand vor bestimmten Sitzreihen montiert wird. Die Crew baut es erst auf, wenn das Flugzeug die Reiseflughöhe erreicht hat und das Anschnallzeichen erlischt. Leuchtet das Anschnallzeichen während des Fluges wieder auf, nimm das Baby sofort auf deinen Schoss. Das Bassinet bietet in dieser Phase keinen Schutz.
Bei SWISS Langstreckenflügen steht das Bassinet in allen Kabinenklassen zur Verfügung. Auf Europaflügen bietet SWISS das Bassinet ausschliesslich in der Business Class an. Edelweiss Air wendet dieselbe Einschränkung auf Kurzstrecken an. Das Gewichtslimit bei SWISS liegt bei 11 kg und acht Monaten.
Auf Flügen unter vier Stunden lohnt sich das Bassinet kaum. Die Zeit zwischen Erreichen der Reiseflughöhe und Beginn des Sinkflugs reicht bei Kurzstrecken oft nicht aus, um das Baby sinnvoll hineinzulegen. Für Schlafphasen auf kurzen Strecken ist eine leicht zurückgeneigte Babyschale auf einem eigenen Sitzplatz die praktischere Lösung.
Tipp 13: Das Baby richtig anziehen — Schichten schützen vor Kabinenkälte
Flugzeugkabinen halten Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad. Luftauslässe an der Decke erzeugen jedoch lokale Kälte, besonders an Fensterplätzen und in der Nähe von Notausgängen. Ein Baby, das im Sommerdress einsteigt, friert innerhalb von 30 Minuten.
Zieh deinem Baby zwei Schichten an: einen Körper als Basis und darüber ein dünnes Fleece-Jäckchen oder eine Strickjacke mit Reissverschluss. Pack eine leichte Decke ganz oben in das Handgepäck, nicht ganz unten. Schichten lassen sich in 90 Sekunden anpassen. Ein frierendes Baby, das aus dem Schlaf wacht, braucht länger, um wieder ruhig zu werden.
Tipp 14: Wickeln an Bord — so packst du die Wickeltasche für den Bordtoiletten-Wickeltisch
Der Wickeltisch in der Bordtoilette klappt aus der Wand und misst im Schnitt 55 mal 35 Zentimeter. Eine vollständig beladene Wickeltasche öffnet sich auf dieser Fläche nicht. Pack eine separate Wickeleinheit ins Handgepäck: eine Windel, zwei Feuchttücher, einen kleinen Windelbeutel und eine faltbare Wickelauflage. Nimm nur diese Einheit mit in die Toilette.
Auf Flügen über drei Stunden hat fast jedes moderne Flugzeug mindestens eine Toilette pro Kabinenbereich mit Wickeltisch. Die Crew weiss, welche Toilette die grösste Wickelfläche hat. Frag vorher, damit du nicht mit einem weinenden Baby durch die halbe Kabine läufst und dann feststellst, dass der Tisch besetzt ist.
Bei Smart-Baby.ch findest du kompakte Reise-Wickeltaschen mit einer separaten Wickeleinheit, die genau auf die Masse von Bordtoiletten abgestimmt ist.
Tipp 15: Babynahrung an Bord erwärmen — so arbeitest du effizient mit der Crew
Die Crew bei SWISS und Edelweiss wärmt Fläschchen und Gläschen auf Anfrage auf. Stell diese Bitte früh, am Anfang des Fluges oder während des ruhigen Reiseflugs, nicht beim Landeanflug. Die Arbeitsbelastung der Crew steigt während des Service und des Sinkflugs stark an. Anfragen im ruhigen Reiseflug werden schneller erfüllt.
Eine Thermoskanne mit heissem Wasser aus dem Flughafen-Kiosk gibt dir Unabhängigkeit vom Crew-Timing. Zubereitete Fertigmilch, also Milchpulver bereits mit Wasser gemischt, bleibt bei Raumtemperatur maximal eine Stunde keimfrei. Bereite Milch nicht im Voraus zu und lagere sie nicht in der Tasche.
Tipp 16: Baby beschäftigen — was in welchem Alter wirklich hilft
Bis etwa sieben Monate schlafen und essen Babys den grössten Teil eines Fluges. Die Kabinenumgebung liefert genug neue Reize. Die Hauptaufgabe in dieser Altersgruppe ist das Managen von Fütterung und Schlafrhythmus, nicht das aktive Bespielen.
Ab sieben Monaten werden Babys mobiler, neugieriger und schneller unruhig. Pack ein vertrautes Kuscheltier und ein neues Spielzeug ein, das du bis nach dem Start versteckt hältst. Der Überraschungseffekt eines unbekannten Spielzeugs hält die Aufmerksamkeit länger als ein bekanntes. Saugnapfspielzeug, das am Klapptisch haftet, verhindert, dass Gegenstände ständig auf den Boden fallen.
Bildschirme sind für Babys unter 18 Monaten entwicklungspsychologisch nicht geeignet und haben kaum beruhigende Wirkung. Dazu kommt: ein geladenes Gerät, Kopfhörer und die Kooperation des Babys müssen gleichzeitig passen. Diese drei Faktoren stimmen auf einem Flug selten überein.
Tipp 17: Wenn das Baby weint — was hilft und was nicht
Andere Passagiere reagieren auf weinende Babys im Flugzeug mit deutlich mehr Verständnis, als Eltern in diesem Moment erwarten. Die Vorstellung, alle würden genervt schauen, ist zuverlässig schlimmer als die Realität.
Geh mit dem Baby durch den Gang. Die Bewegung, der Wechsel der Umgebung und die leichte Vibration der Kabine beruhigen Babys unter zwölf Monaten wirksam. Bitt einen Flugbegleiter, das Baby zwei Minuten zu halten, während du die Toilette nutzt oder etwas aus dem Gepäckfach holst. Das ist eine bekannte und akzeptierte Bitte.
Entschuldige dich nicht bei Mitpassagieren. Die Energie, die du ins Entschuldigen steckst, fehlt beim Beruhigen des Babys. Ein ruhiges Elternteil reguliert das Nervensystem des Babys wirksamer als jede andere Massnahme.
Babytrage statt Kinderwagen — wann sie die bessere Wahl ist

Tipp 18: Babytrage am Flughafen — Hände frei, Baby nah, weniger Logistik
Eine Babytrage ersetzt den gesamten Kinderwagen-Gate-Check-Prozess. Du verzichtest auf das Anbringen des Gepäckbands am Kinderwagen, das Abgeben an der Flugzeugtür und das Warten auf die Rückgabe nach der Landung. Beide Hände bleiben frei für Bordkarte, Reisepass und Handgepäck.
Bei der Sicherheitskontrolle nimmst du das Baby aus der Trage, bevor du durch den Körperscanner gehst. Die Trage legst du flach auf das Röntgenband. Auf der anderen Seite sammelst du zuerst das Gepäck ein und legst die Trage danach wieder an. Diese Reihenfolge verhindert, dass du mit einem Baby auf dem Arm gleichzeitig Koffer, Trage und Wickeltasche vom Band räumst.
Eine Babytrage ist die praktischste Wahl bei Umsteigeflügen mit kurzen Transitzeiten, an Flughäfen ohne Leihkinderwagen und für Eltern, die allein mit Baby und Handgepäck reisen. Für Langstreckenflüge, auf denen das Baby einen festen Schlafplatz braucht, bleibt die Kombination aus Reisebuggy und Bassinet sinnvoller.
Bei Smart-Baby.ch findest du ergonomische Babytragen von BabyBjörn und Cybex, die ab der Geburt bis 15 kg getragen werden können und sich kompakt in die Wickeltasche verstauen lassen.
Kurzstrecke vs. Langstrecke mit Baby — was sich ändert
Tipp 19: Kurzstrecke ab Zürich — einfacher als die meisten Eltern erwarten
Ein Flug von zwei Stunden nach Mallorca, Barcelona oder Rom umfasst einen Start, eine Landung und etwa 90 Minuten Reiseflug. Auf SWISS Europaflügen steht das Bassinet ausschliesslich in der Business Class zur Verfügung. In der Economy brauchst du es nicht einzuplanen.
Für Flüge unter drei Stunden reicht ein Schossplatz mit Nuggi für den Druckausgleich. Pack Windeln und Wechselkleidung für einen Tag, Nahrung für den Flug plus eine Notfallmahlzeit. Ein kompakter Reisebuggy geht bis zur Flugzeugtür mit. Am Gate steigst du als Letzter ein.
Dein erster Flug mit dem Baby muss kein logistischer Grosseinsatz sein. Eine kurze Europastrecke ab Zürich zeigt dir, wie dein Baby auf Kabinendruck, Lärm und Schlafrhythmuswechsel reagiert — bevor du eine Langstreckenreise buchst.
Tipp 20: Langstrecke mit Baby — die Entscheidungen, die wirklich zählen
Wähle einen Direktflug. Ein direkter Langstreckenflug bedeutet zwei Druckwechselereignisse: Start und Landung. Jede Zwischenlandung fügt zwei weitere hinzu. Ein Baby, das beim vierten Druckwechsel des Tages keine Reserven mehr hat, reagiert anders als eines, das ausgeruht ist.
Ruf die Airline bei der Buchung an und reserviere Bulkhead-Platz und Bassinet in einem Gespräch. Bei SWISS Interkontinentalflügen ist das Bassinet in allen Kabinenklassen verfügbar. Warte nicht bis zum Check-in, um nach Verfügbarkeit zu fragen. Am Tag des Abflugs sind Bassinets fast immer vergeben.
Buch einen eigenen Sitzplatz für das Baby und bring eine zugelassene Babyschale mit. Auf Flügen über sechs Stunden gibt die Babyschale dem Kind eine sichere, leicht zurückgeneigte Schlafposition, die unabhängig vom Bassinet funktioniert. Sie eliminiert den Loop Belt vollständig und gibt dir als Elternteil mehr Bewegungsfreiheit im Sitz daneben.
Plane den Abflug auf den späten Nachmittag oder frühen Abend. Ein Baby, das müde einsteigt, nach dem Abendessen gestillt oder gefüttert wird und ins Bassinet gelegt wird, schläft auf einem Nachtflug oft den grössten Teil der Strecke. Ein Baby, das übermüdet um Mitternacht einsteigt, tut das nicht.
Eine Reiserücktrittsversicherung ist bei Langstreckenbuchungen keine optionale Ergänzung. Babys erkranken in den Wochen vor einer geplanten Reise häufiger, als Eltern erwarten. Eine Ohrenentzündung 48 Stunden vor Abflug bedeutet ohne Versicherung den vollständigen Verlust des Ticketpreises. Die Versicherung schliesst du beim Bezahlen der Flüge ab, nicht eine Woche vorher.
Schweizer Familien fliegen jedes Jahr erfolgreich mit Babys nach Bangkok, Dubai, Miami und Kapstadt. Was sie teilen, ist nicht eine besondere Gelassenheit. Es ist eine Vorbereitung, die präzise genug ist, damit Chaos weniger Angriffsfläche findet.