Warum sinkt der Kopf im Kindersitz nach vorne?
Im Schlaf lässt die Muskelspannung nach, und der Kopf eines Kindes wiegt im Verhältnis zum Körper mehr als bei einem Erwachsenen. Ohne Haltespannung sinkt er nach vorn oder zur Seite.
Zwei Faktoren verstärken das: eine aufrechte Sitzposition, besonders bei steilen Autositzbänken und älteren Kindern, sowie wenig seitlicher Halt an der Kopfstütze. Bleibt der Kopf in der gestützten Zone, sitzt dein Kind bequemer und die Kopfstütze kann ihre Aufgabe erfüllen. Genau hier setzt ein Nackenkissen an: Es füllt die Lücke zwischen Nacken und Kopfstütze und hält den Kopf sanft an seinem Platz.
Welche Arten von Nackenkissen gibt es?
Zwei Bauarten decken unterschiedliche Bedürfnisse ab.
- Einfache Nackenhörnchen legen sich als weiche Stütze um den Hals und halten den Kopf zur Seite hin. Sie wiegen wenig, kosten ab etwa 12 Franken und kommen oft in kindgerechten Tierdesigns. Für kurze Fahrten und als Einstieg eignen sie sich gut.
- Sicherheits-Schlafkissen bleiben im Nacken flach und werden vorne unter dem Kinn geschlossen. Dadurch stützen sie den Kopf von vorn und von der Seite und halten ihn in der Schutzzone der Kopfstütze, während ein dickes Hörnchen ihn eher herausschiebt. Ihr Verschluss öffnet sich bei starker Belastung von selbst, und viele sind unabhängig sicherheitsgeprüft.
Ein einfaches Hörnchen hält den Kopf zur Seite, für das sanfte Stützen nach vorn eignet sich die zweite Bauart besser.
Sind Nackenkissen im Kindersitz geeignet und erlaubt?
Der ADAC hat Nackenkissen im Test von Kindersitzzubehör geprüft und als zulässig eingestuft, weil sie keine bauliche Veränderung am Kindersitz darstellen. Sie zählen damit zu den unbedenklichen Zubehörteilen.
Zwei Eigenschaften machen ein Kissen besonders geeignet. Es sollte im Nacken flach bleiben, damit der Kopf in der gestützten Zone der Kopfstütze liegt und nicht davor. Und ein am Kind befestigtes Kissen sollte einen Verschluss haben, der sich bei starker Belastung von selbst öffnet. Sicherheits-Schlafkissen erfüllen beides und sind zusätzlich sicherheitsgeprüft. Wichtig ist eine zu Alter und Sitz passende Grösse, damit die Stützwirkung stimmt.
Worauf solltest du beim Kauf achten?
Fünf Kriterien führen unabhängig von der Marke zum passenden Kissen.
- Alter und Grösse: Babys ab den ersten Monaten brauchen ein anderes Modell als Schulkinder. Hersteller geben die Altersspanne an, meist gestaffelt von 0 bis 18 Monaten, ab 18 Monaten und ab etwa 3 Jahren.
- Form: Ein im Nacken flaches Kissen hält den Kopf in der Schutzzone, ein dickes Hörnchen schiebt ihn eher davor.
- Material: Nach OEKO-TEX geprüfte Bezüge sind schadstofffrei, ein Punkt, der zählt, weil das Kissen direkt an der Kinderhaut liegt.
- Temperaturausgleich: Manche Bezüge nutzen temperaturregulierende Materialien wie Outlast, die Wärme aufnehmen und abgeben, so bleibt der Kopf im Sommer angenehm kühl.
- Waschbarkeit: Die meisten Kissen sind maschinenwaschbar, einige auch trocknergeeignet.
Wofür kannst du die Kissen ausser im Auto nutzen?
Dieselben Kissen funktionieren überall, wo ein Kind sitzend einschläft. Neben Auto und Kindersitz eignen sie sich für Fahrradsitz und Fahrradanhänger, Buggy und Trage sowie für Bus, Bahn und Flugzeug. Für Erwachsene gibt es ergonomische Varianten für lange Auto-, Zug- und Flugreisen. Ein einmal gekauftes Kissen begleitet dich damit vom Autositz bis zur langen Ferienreise.