Welcher Kinderwagen passt zu mir? Die Antwort hängt von drei Punkten ab: wie alt dein Kind beim Start ist, wo du mit dem Wagen am häufigsten unterwegs bist und wie oft du ihn anheben, falten oder ins Auto laden musst. Ein Neugeborenes braucht eine flache Liegefläche. In der Stadt mit Tram und engen Trottoirs zählt Wendigkeit, in einer Wohnung ohne Lift das Gewicht.
Damit du den passenden Kinderwagen finden kannst, klärst du in diesem Ratgeber diese Punkte mit 9 Fragen, ordnest die Kinderwagen-Typen nach Alter ein und prüfst mit Massen und einer Checkliste, welcher Kinderwagen zu deinem Alltag passt. Wenn du lieber vor Ort vergleichst, bekommst du persönliche Kinderwagen-Beratung in unserem Fachgeschäft in Pratteln.
Kurz erklärt: Kinderwagen finden in 3 Schritten
- Kläre, wer mitfährt. Ist dein Baby neugeboren, brauchst du eine Babywanne. Sitzt es schon selbstständig, reicht ein Sportwagen oder Buggy. Bei Zwillingen oder zwei kleinen Kindern kommt ein Geschwisterwagen infrage.
- Schau auf deine Wege. Asphalt in der Stadt, Kies im Quartier oder Waldwege am Wochenende: Deine Strecken entscheiden über Räder und Federung.
- Miss deinen Platz. Kofferraum, Treppenhaus und Keller zeigen dir, wie schwer und wie gross der Wagen sein darf.
Mit diesen drei Antworten bleiben meist nur noch ein oder zwei Kinderwagen-Typen übrig.
Welcher Kinderwagen passt zu mir? 9 Fragen vor dem Kauf
Nimm dir zehn Minuten und beantworte diese Fragen am besten zusammen mit deinem Partner oder deiner Partnerin. Jede Antwort grenzt die Auswahl weiter ein.
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Wie viele Kinder fahren mit?
Erwartest du Zwillinge oder liegen deine Kinder altersmässig nah beieinander, schau dir Geschwister- und Zwillingswagen an. -
Wie alt ist dein Kind beim Start?
Für ein Neugeborenes brauchst du eine Babywanne. Ein Kombikinderwagen deckt danach auch die Sitzphase ab. -
Wo bist du am häufigsten unterwegs?
Auf glattem Asphalt genügen kleine, wendige Räder. Auf Kies, Waldwegen oder im Schnee brauchst du grössere Räder und eine gute Federung. -
Wie oft musst du den Wagen tragen?
Wohnst du ohne Lift oder hebst du den Wagen täglich in Tram und Bus, zählt jedes Kilo. -
Wohin soll dein Kind schauen?
Am Anfang schaut es dich am liebsten an, später will es die Welt sehen. Ein wendbarer Sitz macht beides möglich. -
Seid ihr unterschiedlich gross?
Dann brauchst du einen höhenverstellbaren Schieber. Ideal liegt der Griff auf Höhe deines Bauchnabels. -
Wo steht der Wagen, wenn du ihn nicht brauchst?
Miss Kofferraum, Flur und Kellerabteil. Prüfe das Faltmass mit Babywanne und später mit Sportsitz. -
Fährst du oft Auto?
Dann lohnt sich ein Modell, auf das du die Babyschale per Adapter klickst. Für längere Spaziergänge legst du dein Baby trotzdem in die Babywanne, weil es in der Schale gekrümmt liegt. -
Wie viel willst du ausgeben?
Leg dein Budget vor dem Vergleich fest. Ein hoher Preis garantiert allein noch keine gute Qualität.
Welche Kinderwagen-Typen gibt es und ab welchem Alter?
Welcher Typ zu dir passt, hängt vor allem davon ab, ob dein Kind schon selbstständig sitzt. In den ersten Monaten liegt dein Baby flach. Den Wechsel in den Sitz schaffen die meisten Kinder mit sechs bis neun Monaten. Diese Grenze trennt die Kinderwagen-Typen ziemlich klar.
Kombikinderwagen (2in1): ab Geburt nutzbar

Der Kombikinderwagen ist der Allrounder für die ersten Jahre. Auf ein Gestell kommen zwei Aufsätze: die Babywanne ab Geburt und später der Sportsitz. So nutzt du einen Wagen von Geburt an bis etwa zum vierten Lebensjahr und musst nicht zweimal kaufen.
Bei vielen Modellen lässt sich auch der Sportsitz in eine flache Liegeposition bringen, damit dein Kind unterwegs schlafen kann. Der Preis für diese Vielseitigkeit: Kombikinderwagen sind eher schwer und bleiben auch zusammengeklappt relativ gross.
Kinderwagen Reisesystem 3in1 und 4in1 mit Babyschale

Ein Reisesystem ist ein Kombikinderwagen mit passender Babyschale fürs Auto. Beim 3in1 gehört die Babyschale dazu, beim 4in1 zusätzlich die Isofix-Basis. Per Adapter klickst du die Schale direkt aufs Gestell. Schläft dein Baby im Auto ein, trägst du es in der Schale weiter, ohne es herauszunehmen.
Praktisch ist das für kurze Wege, etwa zum Einkaufen oder zum Arzt. Für längere Spaziergänge gehört dein Baby trotzdem in die Babywanne, weil es in der Schale gekrümmt liegt. Prüfe vor dem Kauf, ob die Adapter zu deiner Babyschale passen.
Sportwagen für Kinder ab dem Sitzalter

Der Sportwagen hat nur eine Sitzeinheit und ist deshalb nichts für Neugeborene. Dein Kind sollte selbstständig sitzen können, meist ab etwa dem 6. Monat. Bei manchen Modellen kannst du eine Babywanne oder einen Adapter für die Babyschale dazukaufen.
Dank guter Federung fährt er deutlich komfortabler als ein einfacher Buggy. Er eignet sich deshalb auch für Wald- und Feldwege und längere Strecken.
Buggy und Reisebuggy ab 6 Monaten

Der Buggy ist die abgespeckte Variante: leichter, schmaler und schnell zusammengefaltet. Auch hier muss dein Kind sitzen können, je nach Modell ab sechs bis zehn Monaten. Viele Eltern nutzen ihn als Zweitwagen für kurze Wege, Einkäufe und Ferien.
Für lange Spaziergänge auf unebenem Boden fehlt ihm meist die Federung. Bei einigen Modellen kannst du die Rückenlehne bis in die Liegeposition verstellen. Ein Reisebuggy faltet sich so klein zusammen, dass er als Handgepäck mit ins Flugzeug darf.
Jogger-Kinderwagen mit drei Rädern

Der Name führt oft in die Irre: Nicht jeder Jogger ist zum Laufen gemacht. Meist steht der Begriff für einen Sportwagen mit drei grossen Rädern, leichtem Rahmen und weicher Federung, der auf unebenen Wegen gut rollt.
Willst du wirklich mit deinem Kind joggen, wähl ein Modell mit dem Hinweis «zum Joggen geeignet». Wie beim Sportwagen sollte dein Kind dafür sicher sitzen und den Kopf selbst halten können.
Geschwisterwagen und Zwillingskinderwagen

Für Zwillinge oder zwei Kinder mit kleinem Altersabstand gibt es zwei Bauarten. Nebeneinander hast du beide Kinder im Blick. Hintereinander, im sogenannten Tandem, ist der Wagen schmaler und wendiger.
Als Kombi-Version kannst du die Aufsätze mischen, etwa eine Babywanne für das Baby und einen Sportsitz für das ältere Kind. Viele Sitze tragen rund 15 kg pro Kind. Ist das ältere Geschwister schon über zweieinhalb Jahre alt, reicht oft ein Buggyboard, auf dem es hinten mitfährt. Passende Modelle findest du bei unseren Geschwister- und Zwillingswagen.
Kinderwagen-Typen im Überblick
| Typ | Ab welchem Alter | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Kombikinderwagen (2in1) | ab Geburt | Babywanne und Sportsitz auf einem Gestell, lange nutzbar | eher schwer, gross gefaltet |
| Reisesystem 3in1 / 4in1 | ab Geburt | Babyschale per Adapter aufs Gestell, 4in1 mit Isofix-Basis | Babyschale nur für kurze Wege |
| Sportwagen | ab Sitzalter, ca. 6 Monate | gute Federung, komfortabel auf längeren Strecken | nicht für Neugeborene |
| Buggy / Reisebuggy | ab Sitzalter, ca. 6 bis 10 Monate | leicht, kompakt, als Zweitwagen und auf Reisen praktisch | wenig Federung für unebene Wege |
| Jogger | ab Sitzalter | drei grosse Räder, weiche Federung | zum Joggen nur mit Herstellerhinweis |
| Geschwister- / Zwillingswagen | ab Geburt oder ab Sitzalter, je nach Aufsatz | zwei Kinder in einem Wagen | breiter oder länger, meist ca. 15 kg pro Sitz |
Welcher Kinderwagen passt zu deinem Alltag?
Denk bei dieser Frage nicht an den Sonntagsspaziergang, sondern an einen ganz normalen Dienstag: Einkauf, Tram, Treppenhaus, vielleicht Regen. Genau dort zeigt sich, welcher Kinderwagen zu dir passt. Kauf für die Wege, die du jeden Tag machst, und nicht für die Ausnahme einmal im Monat.

Stadt, Tram und ÖV
In der Stadt zählt Wendigkeit. Kleine Räder und Vorderräder, die sich um 360 Grad drehen, bringen dich ohne Anheben durch enge Läden, schmale Altstadtgassen und um jede Ecke.
Fährst du oft Tram oder Bus, achte auf drei Dinge: Der Wagen sollte sich auf engem Raum drehen lassen, kurz anheben lassen und sich schnell zusammenfalten, am besten mit einer Hand. Ein leichter Sportwagen oder ein kompakter Kombikinderwagen macht dir diesen Alltag deutlich einfacher als ein breites Geländemodell.
Auto und kleiner Kofferraum
Bevor du dich in ein Modell verliebst, nimm den Doppelmeter und miss deinen Kofferraum aus. Vergleiche das Faltmass zweimal: mit Babywanne und später mit Sportsitz, denn viele Kombikinderwagen werden je nach Aufsatz unterschiedlich gross.
Kleinere Räder ergeben meist ein kompakteres Faltmass, abnehmbare Räder sparen zusätzlich Platz. Genauso wichtig ist der Faltmechanismus. Ein Wagen, den du in wenigen Sekunden zusammenklappst, ist im Alltag mehr wert als ein paar Zentimeter weniger auf dem Datenblatt. Fährst du viel Auto, lohnt sich ein Reisesystem, bei dem du die Babyschale direkt aufs Gestell klickst.
Treppenhaus ohne Lift
Wohnst du im dritten Stock ohne Lift, spürst du jedes Kilo, und das jeden Tag. Ein Kombikinderwagen wiegt je nach Modell etwa 12 bis 20 kg. Dazu kommen dein Baby und der Einkauf.
Hilfreich ist ein Wagen, bei dem du die Babywanne oder den Sitz schnell abnimmst. So trägst du Kind und Gestell getrennt hoch. Musst du den Wagen sehr oft tragen, ist ein Buggy als Zweitwagen eine echte Entlastung. Kläre ausserdem vorab, ob du den Kinderwagen im Hausflur oder im Keller abstellen darfst.
Land, Wald- und Feldwege
Auf Kies, Naturwegen und Kopfsteinpflaster brauchst du grosse Räder und eine gute Federung. Grosse Räder rollen leichter über Wurzeln und Randsteine und dämpfen Stösse ab. Das ist besonders in den ersten Monaten wichtig, wenn dein Baby liegt und seine Wirbelsäule noch weich ist.
Luftreifen federn am besten, Luftkammerreifen sind dafür pannensicher. Achte ausserdem auf Schwenkräder, die du feststellen kannst. Auf unebenen Wegen drehen freie Schwenkräder sonst ungewollt ab, festgestellt fährt der Wagen stabil geradeaus.
Schnee und steile Wege
Grosse Räder kommen auch im Schnee gut voran. Wer im Winter oft in verschneiten Gebieten unterwegs ist, kann bei manchen Modellen die Räder gegen Skier tauschen, etwa mit den Cybex Priam Skiern.
Geht es oft bergab, ist eine Handbremse sinnvoll. Mit einem vollgepackten Wagen am steilen Hang hältst du so die Geschwindigkeit sicher unter Kontrolle. Die Feststellbremse am Hinterrad reicht dafür nicht, sie sichert den Wagen nur im Stand. Hartan bietet mehrere Modelle mit Handbremse an.
Alltagssituation und passender Kinderwagen
| Alltagssituation | Worauf achten | Passender Typ |
|---|---|---|
| Stadt, enge Läden, Altstadt | kleine, schwenkbare Räder, schmale Bauweise | kompakter Kombikinderwagen, Sportwagen |
| Viel Tram und Bus | leicht, schnell faltbar, einfach anzuheben | Sportwagen, Buggy |
| Kleiner Kofferraum | Faltmass mit Wanne und mit Sitz, einfacher Faltmechanismus | kompakter Kombikinderwagen, Reisesystem |
| Viel Auto unterwegs | Babyschale per Adapter aufs Gestell | Reisesystem 3in1 oder 4in1 |
| Treppenhaus ohne Lift | geringes Gewicht, abnehmbare Aufsätze | leichter Kombikinderwagen, Buggy als Zweitwagen |
| Kies, Wald- und Feldwege | grosse Räder, Federung, feststellbare Schwenkräder | Kombikinderwagen mit Luft- oder Luftkammerreifen |
| Schnee | grosse Räder, optional Skier | geländegängiger Kombikinderwagen |
| Steile Wege | Handbremse | Kombikinderwagen oder Sportwagen mit Handbremse |
| Gemischter Alltag Stadt und Land | ausgewogenes Gesamtpaket statt Extremlösung | Kombikinderwagen mittlerer Grösse |
Welche Funktionen sind wichtig bei der Auswahl eines Kinderwagens?

Nicht jede Funktion brauchst du jeden Tag. Die folgenden Punkte entscheiden aber darüber, ob du deinen Kinderwagen gern schiebst und ob dein Kind darin bequem liegt und sitzt. Probier sie vor dem Kauf am besten selbst aus.
Räder und Reifen
Bei Kinderwagen gibt es drei gängige Reifenarten:
- Luftreifen federn am besten und fahren auf Waldwegen und Kopfsteinpflaster am ruhigsten. Dafür sind sie grösser und schwerer. Du musst regelmässig den Luftdruck prüfen und für einen Platten Pumpe und Flickzeug dabeihaben.
- Luftkammerreifen sind mit vielen kleinen Luftbläschen im Material gefüllt. Sie federn gut, sind wartungsfrei und pannensicher, auch bei Scherben oder Nägeln.
- Hartgummireifen federn am wenigsten, sind aber klein, leicht und wendig. Für kurze Strecken auf Asphalt reichen sie gut aus.
Als Richtwert für den Durchmesser der Hinterräder:
| Untergrund | Durchmesser Hinterräder | Reifenart |
|---|---|---|
| Wald- und Feldwege | mindestens 25 cm | Luftreifen oder Luftkammerreifen |
| Kies und Kopfsteinpflaster | mindestens 15 cm | Luftreifen oder Luftkammerreifen |
| Asphalt und ebenes Pflaster | kleiner Durchmesser reicht | Hartgummireifen |
Praktisch sind schwenkbare Vorderräder, die du bei Bedarf feststellen kannst: frei drehend in der Stadt, festgestellt im Gelände.
Federung
Die Federung schützt dein Kind vor Stössen und Erschütterungen. Bei Neugeborenen sollte sie besonders weich sein, weil dein Baby in der Babywanne liegt und jede Unebenheit direkt spürt. Bist du oft auf unebenen Wegen unterwegs, achte zusätzlich darauf, dass Federung und Reifen zusammen gut dämpfen. Luftreifen verstärken die Wirkung der Federung.
Schieber und Schrittlänge
Den Schieber hast du bei jedem Spaziergang in der Hand. Er sollte sich angenehm anfühlen, weder zu dünn noch zu dick. Beim Schieben solltest du aufrecht gehen können. Ideal liegt der Griff auf Höhe deines Bauchnabels.
Seid ihr als Eltern unterschiedlich gross, brauchst du einen höhenverstellbaren Schiebegriff. Für grosse Personen sollte er sich auf mindestens 1,10 m ausziehen lassen. Mach im Laden ein paar grosse Schritte: Stösst du mit den Füssen ans Gestell, passt der Wagen nicht zu deiner Schrittlänge.
Manche Modelle haben einen Schwenkschieber, mit dem du die Fahrtrichtung wechselst. Prüfe bei solchen Wagen, ob die Bremse in beide Richtungen greift.
Bremsen
Die Feststellbremse an den Hinterrädern betätigst du mit dem Fuss. Sie verhindert, dass der Wagen wegrollt, wenn du dein Kind hineinsetzt oder ihn an einer schrägen Stelle abstellst. Sie sollte mindestens zwei Räder sichern und leicht erreichbar sein.
Eine zusätzliche Handbremse hilft dir bergab und beim Sport, weil du damit die Geschwindigkeit während der Fahrt steuerst.
Sitz und Liegeposition
Der Sportsitz sollte sich bis in eine flache Liegeposition verstellen lassen, damit dein Kind unterwegs bequem schlafen kann. Die Rückenlehne sollte mindestens 50 cm lang sein, damit auch grössere Kinder gut abgestützt sind.
Verzichte auf Sitze mit starrem Sitzwinkel. Sie zwingen dein Kind in eine Haltung, und ein müdes Kind kann sich darin nicht auf die Seite drehen.
Achte ausserdem auf eine verstellbare Fussstütze. Viele Kinder fahren etwa vom achten Monat bis zum dritten Geburtstag im Sitz und wachsen in dieser Zeit stark. Ist die Fussstütze fix, baumeln kurze Beine in der Luft und lange Beine finden keinen Halt.
Ein Sitz, der sich in beide Richtungen montieren lässt, gibt dir die Wahl: Am Anfang schaut dein Kind zu dir, später in Fahrtrichtung.
Gurt
Sobald dein Kind sitzt, muss es angeschnallt sein. Üblich sind 5-Punkt-Gurte oder Hosenträgergurte. Wichtig ist, dass dein Kind den Verschluss nicht selbst öffnen kann.
Die Gurte sollten sich gut in der Länge verstellen lassen. Im Winter sitzt dein Kind im dicken Overall oder im Fusssack, und der Gurt muss trotzdem bequem passen. Abnehmbare Gurte lassen sich zudem einfacher reinigen.
Einkaufskorb, Verdeck, Faltmechanismus und Zubehör
Einkaufskorb: Er sollte gross genug für Einkauf, Wickeltasche und Jacke sein und auch dann gut erreichbar bleiben, wenn der Sitz in Liegeposition steht. Planst du grössere Einkäufe, prüf die maximale Zuladung. Ein Korb mit fester Bodenplatte trägt schwere Taschen besser.
Verdeck: Ein ausziehbares Verdeck, das sich weit nach vorne ziehen lässt, schützt vor Sonne, Wind und Regen. Achte auf einen UV-Schutz von UPF 50+.
Faltmechanismus: Du klappst den Wagen oft zusammen, also muss das einfach gehen. Bist du häufig allein mit deinem Kind unterwegs, erleichtert dir ein Einhand-Faltmechanismus vieles. Eine Arretierung am Gestell verhindert, dass der Wagen ungewollt zusammenklappt, und eine Transportsicherung hält ihn gefaltet zusammen. Kleiner Tipp: Leer den Korb, bevor du den Wagen faltest.
Zubehör: Schau, was im Lieferumfang steckt. Ein Regenverdeck schützt nicht nur bei Regen, sondern auch bei Kälte. Für den Winter brauchst du einen Fusssack, für den Sommer einen Sonnenschirm oder ein Sonnensegel und einen Insektenschutz. Häng den Wagen im Sommer nicht mit einer Decke ab, darunter staut sich die Wärme.
Kinderwagen Grösse: Liegefläche, Sitz und Belastbarkeit

Dein Baby braucht in der Babywanne Platz zum Strecken und Strampeln, auch im Winter mit Mütze, Overall und Fusssack. Hat es zu wenig Platz, schläft es unruhiger. Als Richtwert sollte die Liegefläche mindestens 35 × 78 cm gross sein.
Seid ihr als Eltern gross gewachsen, lohnt sich ein Modell mit grosser Babywanne. Dein Kind bleibt dann länger liegend unterwegs und wechselt erst in den Sitz, wenn es wirklich bereit ist.
Prüf ausserdem die Belastbarkeit des Sitzes. Manche Kinderwagen sind bis 15 kg Körpergewicht zugelassen, andere bis 22 kg. Je höher der Wert, desto länger nutzt du den Wagen.
Zur Kinderwagen Grösse gehören auch die Abmessungen im gefalteten Zustand. Vergleiche das Faltmass mit Babywanne und mit Sportsitz mit deinem Kofferraum, bevor du bestellst.
Sicherheit: Normen, Prüfzeichen und Schadstoffe
Achte beim Kinderwagen auf die europäische Sicherheitsnorm EN 1888. Gehört eine Babyschale zum Set, muss sie der Norm R129 (i-Size) entsprechen. Prüfzeichen wie GS oder TÜV zeigen zusätzlich, dass ein unabhängiges Institut das Modell getestet hat.
Bei Schadstoffen setzt die Norm nur für wenige Stoffe Grenzwerte. Die Stiftung Warentest hat in Kinderwagen-Tests der letzten Jahre zu hohe Werte an PAK, kurzkettigen Chlorparaffinen und Flammschutzmitteln gefunden, in einem Buggy-Test auch den Weichmacher DEHP in Griff und Regenhaube. Riechen Bezüge oder Griffe chemisch, lass das Modell lieber stehen.
Im Alltag zählt zudem die Stabilität: Der Wagen darf nicht kippen, auch nicht an einer schrägen Stelle oder in einer schnellen Kurve. Reflektoren oder helle Gestelle sorgen dafür, dass man dich in der Dämmerung sieht.
Was kostet ein guter Kinderwagen in der Schweiz?
Einfache Buggys gibt es ab rund CHF 100. Für ein solides Kombi-Set, das dich von Geburt bis ins Kindergartenalter begleitet, planst du je nach Marke etwa CHF 400 bis 900 ein. Hochwertige Kombikinderwagen und 3in1-Reisesysteme kosten auch über CHF 1'000.
Ein hoher Preis ist aber keine Garantie für Qualität. In Tests haben günstige Modelle gut abgeschnitten und teure schlecht. Achte deshalb auf die Funktionen, die du wirklich brauchst. Bei bekannten Marken bekommst du zudem länger Ersatzteile, und der Wagen erzielt später beim Wiederverkauf einen besseren Preis.
Wann solltest du den Kinderwagen kaufen?
Den Kinderwagen kaufst du am besten zwischen der 20. und der 28. Schwangerschaftswoche. So hast du genug Zeit für den Vergleich und eine Probefahrt. Beliebte Modelle haben teils lange Lieferzeiten: Die Stiftung Warentest musste auf manche Kinderwagen bis zu 15 Wochen warten. Den genauen Lieferzeitraum siehst du auf der jeweiligen Produktseite.
Bestell deinen Kinderwagen deshalb nicht erst kurz vor dem Geburtstermin. Steht er schon vor der Geburt bereit, kann dein Neugeborenes von Anfang an darin schlafen, und du musst dich in den letzten Wochen um nichts mehr kümmern.
Neuer oder gebrauchter Kinderwagen?
Ein gebrauchter Kinderwagen kann sich lohnen, vor allem ein klassischer Erstlingswagen, der oft nur wenige Monate im Einsatz war. Kauf ihn aber nur, wenn du ihn vor Ort anschauen kannst, am besten von Bekannten, deren Wagen du kennst.
Prüf vor dem Kauf:
- Gestell auf Risse und Brüche
- Bremsen, Gurte und Verriegelungen
- Schieber und Faltmechanismus
- Reifen und Räder
Abgenutzte Textilien wie Fusssack oder Lammfell ersetzt du einfach. Bei älteren Modellen sind Ersatzteile für Gestell und Räder aber oft nur noch begrenzt erhältlich.
Beliebte Kinderwagen bei Smart Baby im Vergleich
Diese fünf Modelle gehören zu unseren meistverkauften Kinderwagen:
- Joie Litetrax PRO: leichter Sportwagen für Stadt und ÖV, ab dem Sitzalter.
- Nuna TRVL lx: kompakter Reisebuggy für Reisen und kleine Kofferräume.
- Joie Finiti Signature 4in1: leichtes Komplettset ab Geburt mit Babyschale und Isofix-Basis.
- Joie Vinca 4in1: vollgefedertes Reisesystem für den gemischten Alltag in Stadt und Land.
- Cybex Priam 5 Style 4in1: Premium-Reisesystem mit Zwei-Rad-Modus für Treppen und unebene Wege.
Kinderwagen Beratung in Pratteln und 15 Tage zu Hause testen
Datenblätter zeigen Masse, aber nicht, wie sich ein Kinderwagen in deiner Hand anfühlt. In unserem Fachgeschäft in Pratteln schiebst, faltest und hebst du die Modelle selbst. Nimm die Masse deines Kofferraums mit, dann vergleichst du direkt vor Ort.
Bestellst du lieber online, kannst du deinen Kinderwagen 15 Tage lang zu Hause testen.
Checkliste: Kinderwagen worauf achten
- Passt der Typ zum Alter deines Kindes: Babywanne ab Geburt, Sportsitz ab dem Sitzalter?
- Passen Räder und Federung zu deinen häufigsten Wegen?
- Kannst du das Gewicht täglich tragen, auch über Treppen?
- Passt das Faltmass mit Babywanne und mit Sportsitz in deinen Kofferraum?
- Lässt sich der Wagen schnell und sicher zusammenklappen, ideal mit einer Hand?
- Lässt sich der Schieber auf die Grösse aller Personen einstellen, die schieben?
- Stösst du beim Gehen mit den Füssen ans Gestell?
- Lässt sich der Sportsitz bis in eine flache Liegeposition verstellen?
- Ist die Fussstütze verstellbar?
- Hat der Wagen einen 5-Punkt-Gurt mit verstellbarer Länge?
- Greift die Feststellbremse sicher und ist sie leicht erreichbar?
- Ist der Einkaufskorb gross genug und auch in Liegeposition erreichbar?
- Hat das Verdeck UV-Schutz 50+ und lässt es sich weit nach vorne ziehen?
- Erfüllt der Kinderwagen die Norm EN 1888 und die Babyschale die Norm R129 (i-Size)?
- Riechen Bezüge und Griffe neutral, ohne chemischen Geruch?
- Passt der Preis zu den Funktionen, die du wirklich brauchst?
Häufige Fragen
Welcher Kinderwagen eignet sich für Neugeborene?
Einer mit flacher Babywanne. Dein Baby kann in den ersten Monaten noch nicht sitzen und sollte flach liegen, deshalb ist ein Kombikinderwagen oder ein Reisesystem die richtige Wahl. Schau, dass die Wanne mindestens 35 × 78 cm misst. Im Winter kommt noch der Fusssack dazu, und dann wird es schnell eng.
Die Babyschale ist praktisch fürs Auto, für den langen Spaziergang aber nicht gedacht.
Ab wann darf mein Kind im Sportsitz sitzen?
Sobald es sich selbst aufsetzen kann. Bei den meisten Kindern ist das zwischen sechs und neun Monaten so weit. Bis dahin bleibt es in der Babywanne. Gut ist, wenn du den Sportsitz trotzdem noch flach stellen kannst, denn geschlafen wird unterwegs weiterhin viel.
Beim Wechsel lohnt sich ein Blick auf die Rückenlehne (mindestens 50 cm) und eine Fussstütze, die mitwächst.
Luftreifen oder Luftkammerreifen: was ist besser?
Kommt drauf an, wie viel Pflege du willst. Luftreifen federn am weichsten, gerade auf Waldwegen und Kopfsteinpflaster. Dafür pumpst du ab und zu nach und hast bei einem Platten Flickzeug dabei. Luftkammerreifen federn fast genauso gut, können aber nicht platt werden. Für den typischen Mix aus Stadt und Land sind sie meist die entspanntere Wahl.
Bist du fast nur auf Asphalt unterwegs, reichen auch kleine Hartgummireifen.
Welcher Kinderwagen passt in einen kleinen Kofferraum?
Am ehesten ein Reisebuggy oder ein kompakter Kombikinderwagen. Miss deinen Kofferraum aus, bevor du dich verliebst, und vergleich das Faltmass zweimal: mit Babywanne und mit Sportsitz. Kannst du die Räder abnehmen, gewinnst du noch ein paar Zentimeter.
Der Nuna TRVL lx zum Beispiel faltet sich auf 34 × 52 × 71 cm, ohne Räder sogar noch kleiner.
Kinderwagen oder Buggy: was brauche ich zuerst?
Zuerst den Kinderwagen mit Babywanne, denn dein Neugeborenes muss liegen. Der Buggy wird erst spannend, wenn dein Kind sicher sitzt, meist mit sechs bis zehn Monaten. Viele Eltern holen ihn dann als leichten Zweitwagen für Ferien, Einkäufe und kurze Wege.
Mit einem Kombikinderwagen brauchst du für beide Phasen nur ein Gestell.
Lohnt sich ein 4in1-Set?
Ja, wenn du viel Auto fährst. Im Set sind Gestell, Babywanne, Sportsitz, Babyschale und Isofix-Basis dabei. Schläft dein Baby im Auto ein, klickst du die Schale einfach aufs Gestell und läufst weiter, ohne es zu wecken. Fährst du selten Auto, reicht dir meist ein 2in1-Kombikinderwagen.
Prüf nur vorher, ob die Adapter zu deiner Babyschale passen.
Welcher Kinderwagen eignet sich für Schnee und Berge?
Ein geländegängiger Kombikinderwagen mit grossen Rädern, guter Federung und Handbremse. Grosse Räder kommen im Schnee besser durch, und mit der Handbremse hast du den vollen Wagen bergab im Griff. Bei manchen Modellen tauschst du im Winter sogar die Räder gegen Skier.
Passende Beispiele sind die Cybex Priam Skier und die Hartan-Modelle mit Handbremse.