Das Badewasser für dein Baby sollte genau 37 °C warm sein. Zwischen 36 und 37 °C liegst du richtig, ab 38 °C ist es zu heiss. Das Badezimmer heizt du vorher auf 22 bis 24 °C, damit dein Baby nach dem Bad nicht auskühlt. Miss die Temperatur mit einem Badethermometer, die Handprobe allein ist zu ungenau. Unten findest du die Werte nach Alter, Warnzeichen für zu kaltes oder zu heisses Wasser und Schutz vor Verbrühungen.
Auf einen Blick
| Wert | Empfehlung |
|---|---|
| Wassertemperatur | 37 °C (36 bis 37 °C) |
| Obergrenze | 38 °C |
| Raumtemperatur | 22 bis 24 °C |
| Badedauer | 5 bis 10 Minuten |
| Häufigkeit | 1 bis 2 Mal pro Woche |
| Wassertiefe | Babywanne halb voll, Schultern bedeckt |
Welche Wassertemperatur ist beim Babybad richtig?
Ideal sind 37 °C, also ungefähr die Temperatur des Fruchtwassers, in dem dein Baby neun Monate lang lag. Die meisten Babys fühlen sich zwischen 36,5 und 37,5 °C wohl. Unter 36 °C empfinden sie das Wasser als kühl, über 38 °C als unangenehm heiss.
Für dich fühlt sich Wasser mit 37 °C oft eher kühl an. Dreh deshalb nicht nach Gefühl wärmer, sondern verlass dich auf das Thermometer. Im Zweifel gilt die Regel der Fachstellen: lieber etwas kühler als zu warm.
Warum nennen Ratgeber 35, 37 oder 38 Grad?
Online findest du Werte zwischen 35 und 40 °C, doch die medizinischen Fachstellen liegen nah beieinander. Das deutsche Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, die Krankenkassen Barmer und AOK sowie swissmom empfehlen 36 bis 37 °C. Angaben wie 38 °C beschreiben die Obergrenze, nicht den Zielwert.
Werte bis 40 °C sind für Babys zu hoch. Ab rund 40 °C entstehen auf der dünnen Babyhaut bereits oberflächliche Verbrennungen. Merk dir deshalb drei Zahlen: 37 als Ziel, 36 bis 37 als Spielraum und 38 als Grenze.
Badetemperatur nach Alter: Neugeborenes, Baby, Kleinkind
Die Wassertemperatur bleibt vom ersten Bad bis ins Kleinkindalter fast gleich, nur Badedauer und Spielraum ändern sich.
| Alter | Wasser | Badedauer | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Neugeborenes | 37 °C | ca. 5 Minuten | erstes Bad frühestens nach 24 Stunden |
| Baby bis 12 Monate | 36 bis 37 °C | 5 bis 10 Minuten | 1 bis 2 Mal pro Woche |
| Kleinkind | 35 bis 37 °C | 10 bis 15 Minuten | abends etwas kühler möglich |
| Babyschwimmen, Pool | mindestens 32 °C | kurz halten | ab etwa 4 Monaten |
Neugeborenes baden: Temperatur und erstes Bad
Ein Neugeborenes badest du bei 37 °C und höchstens etwa fünf Minuten lang. Neugeborene können ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren und verlieren beim Ausziehen schneller Wärme als Erwachsene. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, mit dem ersten Bad mindestens 24 Stunden nach der Geburt zu warten. So bleibt die Käseschmiere (Vernix caseosa) auf der Haut und verringert den Wärmeverlust.
Bis zum ersten Bad reicht ein warmer, feuchter Waschlappen. Auf das Abfallen des Nabelschnurrests musst du nicht warten, solange der Nabel nicht entzündet ist. Tupf ihn nach dem Bad sorgfältig trocken.
Badewasser Temperatur beim Kleinkind
Auch nach dem ersten Geburtstag bleiben rund 37 °C der Richtwert für das Badewasser. Für Kleinkinder sind 35 bis 37 °C und eine Badedauer von höchstens 10 bis 15 Minuten üblich, weil die Haut im warmen Wasser schnell aufweicht. Badet dein Kind an heissen Sommerabenden zur Abkühlung, sind laut Hebammen auch 34 bis 35 °C in Ordnung.
Achte bei kühlerem Wasser auf Kältezeichen wie marmorierte Haut oder bläuliche Lippen. Dann braucht dein Kind eine Pause im warmen Handtuch.
Pool, Planschbecken und Babyschwimmen
Ins Schwimmbad oder in den Pool kann dein Baby ab etwa vier Monaten, sofern das Wasser mindestens 32 °C hat. Diese Temperatur nutzen auch viele Schwimmschulen beim Babyschwimmen. Kühleres Wasser im Planschbecken eignet sich nur für eine kurze Erfrischung der Beine.
Zuhause in der Babywanne bleibst du auch im Sommer bei 37 °C. Babys kühlen selbst an heissen Tagen schnell aus, da ihre Wärmeregulation noch nicht ausgereift ist.
So misst du die Badetemperatur richtig
Am zuverlässigsten misst du mit einem Badethermometer, nachdem das Wasser vollständig eingelaufen und durchgemischt ist.
- Wasser einlaufen lassen, Hahn zudrehen: Die Temperatur im Leitungswasser kann plötzlich schwanken. Dein Baby kommt erst ins Wasser, wenn der Hahn geschlossen ist.
- Umrühren: Misch das Wasser mit der Hand gut durch, damit keine heissen Stellen bleiben.
- In der Mitte messen: Halte das Thermometer in die Mitte der Wanne und warte, bis sich die Anzeige einpendelt.
- Nachmessen: Prüf die Temperatur während des Bades ein- bis zweimal.
Welches Badethermometer?
Für den Alltag reicht ein einfaches Badethermometer mit gut lesbarer Skala. Analoge Modelle zeigen die Temperatur über eine Messflüssigkeit an, digitale Modelle als Zahl. Thermometer in Tierform mit Farb- oder Smiley-Markierung zeigen auf einen Blick, ob das Wasser im richtigen Bereich liegt. Achte auf quecksilberfreie, bruchfeste Modelle ohne scharfe Kanten. Badezubehör findest du in unserer Kategorie Baden & Waschen.
Handgelenk, Ellbogen oder Unterarm: nur als Zusatz
Die Handprobe ergänzt das Thermometer, ersetzt es aber nicht. Nutze die Innenseite des Handgelenks, denn diese Stelle reagiert empfindlicher auf Wärme als die Handfläche. Auch der Ellbogen oder der Unterarm eignen sich als zweite Kontrolle. Der Grund für die doppelte Prüfung: Kleine Babys nehmen Schmerz verzögert wahr und reagieren auf zu heisses Wasser später als ältere Kinder.
Zu kalt oder zu heiss? Diese Anzeichen zeigt dein Baby
Zu kaltes Wasser erkennst du an kalten Händen und Füssen, zu heisses Wasser an geröteter Haut.
Das Wasser ist zu kalt, wenn dein Baby:
- kalte Hände und Füsse hat
- blasse oder marmorierte Haut zeigt
- bläuliche Lippen bekommt
- unruhig oder auffallend schläfrig wird
- schneller atmet
Heb dein Baby dann aus dem Wasser, wickle es in ein vorgewärmtes Tuch und zieh es zügig an.
Das Wasser ist zu heiss, wenn sich die Haut rötet. Über etwa 39 °C reagiert Babyhaut mit Rötung, Brennen und Trockenheit, ab rund 40 °C drohen oberflächliche Verbrennungen. Nimm dein Baby sofort aus der Wanne. Kühl kleine gerötete Stellen mit Leitungswasser von 15 bis 20 °C und hör auf, sobald deinem Kind kalt wird. Bei Blasen oder grösseren Flächen holst du sofort ärztliche Hilfe, im Notfall über die Nummer 144.
Nach dem Bad hilft ein Griff in den Nacken: Ist er verschwitzt, ist es zu warm. Fühlt er sich kühl an, wärm dein Baby nach.
Wasser kühlt ab: Darf ich heiss nachgiessen?
Nein, lass nie heisses Wasser nachlaufen, solange dein Baby in der Wanne liegt. Wird das Wasser kühler, heb dein Baby heraus und wickle es in ein Tuch. Giess anschliessend warmes Wasser nach, rühr um und miss erneut. Erst bei 37 °C kommt dein Baby zurück ins Wasser.
Einfacher ist ein kurzes Bad in einer kleinen Babywanne. In einer grossen Badewanne kühlt das Wasser schneller ab, und für ein Babybad reichen 5 bis 10 Minuten. Befindet sich der Wasserhahn direkt über der Wanne, lass zum Schluss kurz kaltes Wasser laufen. So fällt kein heisser Tropfen aus dem Hahn auf dein Baby.
Welche Raumtemperatur braucht das Babybad?
Das Badezimmer sollte 22 bis 24 °C warm sein. Heiz den Raum etwa 30 Minuten vor dem Bad auf und schliess Fenster und Türen, damit keine Zugluft entsteht. Ein Raumthermometer zeigt dir, ob du nachheizen musst.
Nach dem Bad entzieht die Verdunstung auf der nassen Haut zusätzlich Wärme. Leg deshalb ein vorgewärmtes Kapuzenbadetuch bereit. Wasch Kopf und Haare zuletzt, weil Babys über den nassen Kopf rasch Wärme verlieren. Ein Wärmestrahler über der Wickelkommode hält den Wickelplatz warm, bis dein Baby angezogen ist.
Heisses Leitungswasser: So schützt du dein Kind vor Verbrühungen
Am wirksamsten gegen Verbrühungen ist eine Mischbatterie, die das Wasser am Auslauf auf eine Höchsttemperatur begrenzt. Wasser mit 60 °C verursacht bei Kindern nach etwa drei Sekunden Verbrühungen, bei Erwachsenen nach rund sieben. Kinderhaut wird bereits ab 52 °C geschädigt.
Oft lautet der Rat, den Boiler auf höchstens 50 °C einzustellen. In der Schweiz geht das häufig nicht: Aus Hygienegründen soll das Warmwasser am Speicher mindestens 60 °C haben und im Leitungssystem nicht unter 55 °C fallen. Die Lösung liegt deshalb am Wasserhahn. Eine Thermostat-Mischbatterie oder ein Verbrühungsschutz begrenzt die Temperatur an der Badewanne, empfohlen sind höchstens 38 °C. In einer Mietwohnung fragst du dafür die Verwaltung oder einen Sanitärinstallateur.
Eine US-Studie nennt drei Hauptrisiken für Verbrühungen beim Baden: laufendes Wasser, eine ungeprüfte Temperatur und ein Elternteil, das den Raum verlässt.
Nie allein in der Wanne
Wichtig: Bleib während des ganzen Bades bei deinem Kind und lass immer eine Hand am Baby. Gerät der Kopf unter Wasser, kann ein Kind schon in zehn Zentimeter tiefem Wasser ertrinken. Lass Kinder bis mindestens drei Jahre nie allein in der Wanne, auch nicht für Sekunden. Babybadesitze ersetzen die Aufsicht nicht, Fachleute raten wegen der Kippgefahr sogar davon ab. Leg alles, was du brauchst, vor dem Bad in Griffnähe.
Häufige Fragen
Darf ich mein Baby nach der Impfung baden?
Ja, die Einstichstelle schliesst sich sehr schnell. Reagiert dein Baby mit Fieber auf die Impfung, verschiebst du das Bad auf einen anderen Tag.
Soll ich mein Baby baden, wenn es krank ist?
Bei Krankheit lässt du das Vollbad besser ausfallen, weil es den Kreislauf zusätzlich belastet. Wasch dein Baby stattdessen mit einem warmen, feuchten Waschlappen in einem warmen Raum ohne Zugluft. Bei Unsicherheit fragst du deine Hebamme oder deine Kinderärztin.
Wie oft soll ich mein Baby baden?
Ein- bis zweimal pro Woche für 5 bis 10 Minuten reicht, da häufiges Baden die empfindliche Babyhaut austrocknet. An den anderen Tagen wäschst du Gesicht, Hals, Hände und Po mit einem Waschlappen. Den ganzen Ablauf vom Halten bis zum Abtrocknen erklären wir in unserem Ratgeber Baby baden: Tipps für ein sicheres Babybad.
Wie tief soll das Badewasser sein?
Füll die Babywanne etwa zur Hälfte, sodass die Schultern deines Babys bedeckt sind. Der Kopf liegt dabei auf deinem Unterarm über dem Wasser. Ragt der Bauch heraus, leg einen warmen Waschlappen darauf.
Was du für ein sicheres Babybad brauchst
Für ein Babybad mit der richtigen Temperatur brauchst du nur wenige Dinge:
- Badethermometer: misst die Wassertemperatur vor und während des Bades.
- Babybadewanne oder Badeeimer: braucht weniger Wasser als die grosse Wanne und kühlt langsamer ab. Ein Badeeimer passt bis etwa sechs Monate.
- Kapuzenbadetuch: deckt nach dem Bad auch den nassen Kopf ab.
- Raumthermometer: zeigt, ob das Badezimmer 22 bis 24 °C erreicht.
- Wickelkommode mit Wärmestrahler: warmer Platz zum Abtrocknen und Anziehen.
Babywannen und Badezubehör findest du unter Baden & Waschen, passende Modelle für den Wickelplatz unter Wickelkommoden. Was sonst noch zur Grundausstattung gehört, zeigt unsere Erstausstattungs-Checkliste. Persönliche Beratung bekommst du in unserem Fachgeschäft in Pratteln.